Mittwoch, 16. September 2015

Skorpione und süße Zwerge im Kindergarten



Am Dienstag war dann mein erster Schultag in der Guanacaste Waldorf School.
Die noch sehr neue Waldorfschule in dem Dorf Caña Fistola wurde vor fünf Jahren von einer Ecuadorianerin und ihrem Mann aus den USA gegründet, ursprünglich für ihre eigenen Kinder und deren Freunde.
Inzwischen ist die Schule auf ungefähr 35 Schüler von der ersten bis vierten Klasse und 16 Kinder im Kindergarten angewachsen. Da die Kinder aus verschiedenen Ländern kommen (USA, Kanada, Chile, Frankreich, Deutschland) spricht man ein Mischmasch aus Englisch und Spanisch.
Abgesehen von der anthroposophischen Ausrichtung wird an der Guanacaste Waldorf School auch bilingual unterrichtet. Das bedeutet, dass die Klassen den Hauptunterricht von Montag bis Mittwoch auf Englisch und die zweite Hälfte der Woche auf Spanisch haben. Außerdem werden Jonah und ich am Montag und Dienstag für die erste bis vierte Klasse Deutschunterricht geben. Da die Kinder aber noch kein Deutsch können und wir nur in deutsch sprechen dürfen, müssen wir viel mit Mimik, Gestik und vielen Lieder und Spielen zeigen, was wir ihnen sagen wollen. Ich hoffe, die Kinder verlassen nicht einfach das Klassenzimmer und erklären uns für verrückt, wenn wir in einem Kauderwelsch reden, von dem sie kein Wort verstehen. Im Kindergarten werde ich jeden Mittwoch einen Morgenkreis mit Liedern und Fingerspielen auf deutsch halten.
Die erste Woche habe ich aber nur im Kindergarten gearbeitet. Gleich am ersten Tag mit den Kinder im Playground zu spielen, ihnen die Brotbox oder Wasserflasche öffnen, die Haare zusammenzubinden oder sie aufs Klo zu begleiten, lässt einen gleich aufgenommen fühlen. Unsere Arbeitszeit ist von 7:30 bis 16:00, aber bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit ein „Monster“ zu spielen und die ganzen Kinder zu fangen und in meine Höhle zu tragen, lässt einen dann zu Hause ziemlich erschöpft um 20 Uhr ins Bett fallen.




Obwohl wir nach der Schule also ziemlich erschöpft sind, sind wir die ersten Tage nach Hause geeilt und sind dann per Anhalter ins Nebendorf oder nach Tamarindo gefahren. Dorthin zu kommen, ist hier nicht ganz so einfach ohne eigenes Auto,
Wir haben bis jetzt oft die Option des Trampens genutzt, aber es gibt auch Busse. Nur weiß man da nie genau, wann einer vorbei kommt. Da kann man dann schon mal ein bis zwei Stunden warten.
Am Mittwoch haben wir uns auch unsere erste Surfstunde von meinem Gastvater bekommen. Er surft eben auch, wie eigentlich fast alle hier. Am Samstag hat er mich dann auch nochmal mitgenommen, weil er seinen Schmuck auf dem Markt verkaufen wollte und ich habe alleine versucht mich neben den ganzen Surfern durch die Wellen zu kämpfen.
Da heute Feiertag ist, bin ich mit meiner Familie, meinem Mitfreiwilligen Jonah und der Kindergärtnerin und ihrem Sohn an den Strand Avellana gefahren. Dieser gehört zu den schönsten Stränden Costa Ricas.



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