Mittwoch, 16. September 2015

Ankunft an der „reichen Küste“



Ich hatte wirklich gedacht, es würde noch der Zeitpunkt kommen, an dem ich realisiere, dass ich jetzt für ganze elf Monate hier sein werde… aber der ist bis jetzt noch nicht gekommen. Es ist immer noch wie eine Wachtraum, dass ich schon jetzt tausende Kilometer von meinem Zuhause weg bin, welches ich bisher nicht länger als einige Wochen zurückgelassen habe.
Aber jetzt bin ich da! In Costa Rica, ein Ort an dem es niemals kälter als 30° Celsius ist, es sechs Monate im Jahr kein Regen gibt und eigentlich jeden Tag die Sonne am blauen Himmel scheint. Einem Land, in dem du von jedem wie ein Freund gegrüßt wirst oder dir "Pura Vida" hinterher gerufen wird.
Nach einem 17-stündigen Flug über Amsterdam und Panama bin ich dann Sonntagabends in San José angekommen. Leider ohne Telefonnummer von dem Onkel, der mich abholen sollte und auch keinem Foto von ihm. Ein Taxifahrer hat mir dann aber sofort geholfen, den Onkel anzurufen und somit musste ich mich nicht nachts alleine durch San José kämpfen, sondern konnte die Nacht nach Gesprächen über Nitzsche oder Seneca bei ihm und seiner Frau verbringen.
Am Montagabend kam ich dann in dem Dorf Caña Fistola an, wo ich nun für ein Jahr wohnen werde. Veronica, die Leiterin der Schule holte mich ab und fuhr mich zu meiner Gastfamilie.
Was für eine Überraschung: die Familie begrüßte mich herzlich in ihrer kleinen „Villa Kunterbunt“. Sie besteht aus Ricardo und Diana, so um die 30, alternativ, witzig (Ricardo auch sehr sarkastisch und nimmt einen gerne mal auf die Schippe) und sehr umkümmernd, wenn es um Essen geht & Strike: als zweite Tochter adoptiert!.
Das kleinste Mitglied ist die anfangs noch schüchterne, aber jetzt sehr spielfreudige und temperamentvolle 4-jährige Tochter Alicia.
Sie geht lustigerweise auch in denselben Kindergarten wie ich. Sie als Kind und ich als Kind, das unterrichtet. Ricardo und Diana stellen ihren eigenen Schmuck her und verkaufen diesen jeden Samstag auf der Feria am Strand. Sie wohnen in einem kleinem Häuschen mitten in der Natur mit nur zwei anderen weiteren kleinen Häuschen in der Nachbarschaft.
Faszinierend war es vor allem morgens vor der Schule auf der Terrasse mit Hängematte super frische und süße Früchte zu schmausen und im Garten einen Affen durch die Lüfte schwingen zu sehen. Da fühlt man sich gleich wie in Moglis Nest, mitten im Dschungel zwischen all den Pflanzen und Tieren..

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